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Art Basel 2016

29. Juni 2016
Julia Linsen und Carina Krause

Von einer Krise scheint man auf der Art Basel nichts zu bemerken. Dennoch hört man nur selten von Rekordverkäufen. Nachrichten über Verkäufe von Arbeiten im zweistelligen Millionenbereich, die noch vor wenigen Jahren gang und gäbe waren, gibt es nur vereinzelt. Die Preise scheinen sich auf einem niedrigeren Niveau eingependelt zu haben. Vielleicht liegt das an einem Markt, der sich selbst reguliert, vielleicht an einem rückläufigen Kaufinteresse der Sammler, vielleicht an den zum Verkauf stehenden Arbeiten.

Etablierte Künstler wie Gerhard Richter, Sigmar Polke und Georg Baselitz sind im Vergleich zu vergangenen Jahren nur spärlich vertreten. Die angebotenen Arbeiten dieser Künstler sind, mit einigen wenigen Ausnahmen, durchweg ältere und in vielen Fällen auch relativ uninteressante Werke aus den 1980er und 1990er-Jahren.

Natürlich gibt es gleichfalls einige überaus sehenswerte Arbeiten. Darunter Georg Baselitz’ Rote Mutter mit Kind, 1985. Das monumentale Gemälde, ausgeführt in groben Pinselstrichen ist ein Beispiel der für den Künstler typischen Motivumkehr. Auch Sigmar Polkes enormes Stoffbild Großes Glück, 1988 gehört dazu. Polke verwendete im Laufe seiner Karriere immer wieder Dekorationsstoffe als Bildträger. Die Musterung der bedruckten Stoffbahnen und die Malerei verschmelzen zu einer Einheit, dabei bleibt das Muster sichtbar und verleiht der Arbeit zusätzliche Tiefe und Dynamik. Gerhard Richter ist ebenfalls mit einigen, vorrangig kleinformatigen Arbeiten vertreten. Die angebotenen Rakel- und Streifenbilder, Arbeiten auf Papier und übermalten Fotografien vermitteln zwar einen guten Überblick über Richters künstlerische Entwicklung, dennoch könnte man keine dieser Arbeiten als Meisterwerk bezeichnen. Wenn man Richters Output an großartiger Kunst bedenkt, dann ist die Auswahl auf der diesjährigen Art Basel eher dürftig. Selbstverständlich gibt es auch hier einen Lichtblick: Bonley-Landschaft, 1970, eine nach einer fotografischen Vorlage entstandene Landschaftsdarstellung.

Aber das war eben nur eine Ausnahme auf einer sonst vergleichsweise zahmen Art Basel 2016. Es scheint, dass die Galeristen, die mit Werken der besprochenen Künstler handeln, mit der Wahl ihrer Arbeiten auf Nummer sicher gehen und auf Altbewährtes setzen. Glücklicherweise wird auch der Entwicklung und Entfaltung jüngerer Künstlergenerationen in Basel viel Platz eingeräumt, was einen Besuch jedes Jahr aufs Neue aufregend und spannend macht.

 

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