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© David Pinzer

Der neue Band des Werkverzeichnisses von Gerhard Richter – Dr. Dietmar Elger im Gespräch

19. Mai 2022
Emma Nilsson

 

Band VI ist offiziell der letzte Band des Werkverzeichnisses der Gemälde und Skulpturen Gerhard Richters. Heißt das, dass Richter keine weiteren Gemälde mehr erschaffen wird? 

So ist jedenfalls seine eigene Ankündigung. In einem Interview mit der dpa hat er erklärt, dass sein malerisches Werk mit der Werknummer 957 abgeschlossen sei.

 

Welche Ergänzungen bzw. Korrekturen zu Bildangaben werden in Band VII aufgeführt? 

Es gibt einige wenige Werke, denen Gerhard Richter erst nachträglich eine Nummer zugeteilt hat, weil sie zum Zeitpunkt des Erscheinens des jeweiligen Bandes noch als verschollen galten. Diese Informationen werden ergänzt. Dann gibt es einige Abbildungen, die seitenverkehrt oder falsch beschnitten, abgebildet sind. Dies wird korrigiert und im Anhang auch benannt.

 

Werden Sie Ihr Augenmerk jetzt auf andere Bereiche seines Oeuvres richten, um diese zu katalogisieren? Seine übermalten Fotografien oder Aquarelle zum Beispiel?       

Ja, wir würden gerne das Werkverzeichnis der Aquarelle herausgeben und haben auch schon mit den Vorarbeiten begonnen.

 

Welcher der 6 Bände ist der Bestseller? 

Die Bände sind mit einem Abstand von zwei Jahren erschienen. Je länger sie im Handel sind, desto mehr Exemplare sind verkauft, also am meisten von Band 1 der bereits 2011 erschienen ist.

 

Die in London geführte Gerhard Richter Internetseite ist nicht immer präzise oder auf dem letzten Stand der Dinge.  Gibt es Überlegungen, vom Gerhard Richter Archiv eine eigene Internetseite zu installieren? 

Die gibt es, solche Überlegungen sind aber noch sehr vage.

 

Ein Werkverzeichnis, vor allem, wenn es aktuelle Informationen zur Provenienz enthält, ist nie ganz abgeschlossen. Wird es in regelmäßigen Abständen Ergänzungsbände mit Aktualisierungen geben? 

Nein, so etwas ist technisch und finanziell nicht realisierbar. Im Moment ist es so, dass bei Interesse ein Update zu einzelnen Werken bei uns erfragt werden kann. Wir halten die Informationen aktuell.

 

Von einem Werksverzeichnis erwartet man „finale, unumstößlich richtige Informationen“, ist das so, und ist das überhaupt möglich? 

Das ist zumindest der Anspruch, der aber nie vollständig zu erfüllen ist. Er sollte aber zumindest für die Entscheidung über authentische und nicht-authentische Werke gelten.

 

Der sechste Band beginnt mit dem Kölner Domfenster 2007 und umfasst Richters Werk bis 2019. Gibt es eine Entwicklung in seinem Werk während dieses Jahrzehnts, die Ihnen besonders auffällig wurde während Ihrer Recherchearbeit? Sie kennen sicherlich die allermeisten Werke aus dem Entstehungsprozess, aber eine chronologische Aufarbeitung hebt eventuell einige Aspekte besonders hervor. 

In diesen 12 Jahren tauchen zwei neue, umfangreiche Werkgruppen bei Gerhard Richter auf: die Hinterglasbilder und die STRIPS. Dies ist auf jeden Fall die Besonderheit dieses sechsten, abschließenden Bandes.

 

Welche Rolle spielt das Werkverzeichnis für Gerhard Richter selbst, und wie ist er involviert in den jeweils nächsten Band? 

Richter arbeitet ständig mit dem Werkverzeichnis. Vor allem aber mit der Fassung von 1993 und der Ergänzung von 2005, die alle Werke im 1:50 Format enthalten. Diese Fassung des Werkkataloges hat er bis heute von Hand ergänzt. Unser Band 7 soll eine solche Fassung als gedruckte Ausgabe für das Werk von 1962 bis 2019 vorlegen. Außerdem wollen wir in Band VII eine aktuelle Biografie, Ausstellungs- und Literaturliste zur Verfügung stellen.

A.R. Penck, Primitiver Computer, 1968, Öl auf Karton, 60 x 94,5 cm, Ausstellungsansicht: Museo d’arte Mendrisio, 2021

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